Alles, was Sie über Muskel-Skelett-Erkrankungen wissen müssen

Um das Auftreten von MSDs in Betrieben zu verhindern, muss man sich der Schwierigkeiten und der Bedürfnisse bewusst sein, um entsprechend darauf reagieren zu können!

Risikofaktoren für Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSDs)

MSD? Was genau ist das?

Gemäß Santé Publique France (eine französische Organisation für Gesundheitspflege), beziehen sich Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSDs) auf eine Reihe von Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems, die sich durch Schmerzen und tägliches Unbehagen bemerkbar machen.

MSDs betreffen hauptsächlich die Strukturen in der Umgebung der Gelenke, insbesondere Sehnen, Muskeln, Nerven, Bänder und Gefäße. Die Beschwerden richten sich bevorzugt auf den Oberkörper (Schultern, Ellbogen, Rücken, Hände), können jedoch auch den unteren Teil des Körpers (z.B. Knie oder Füße) betreffen.

Die am häufigsten in Zusammenhang mit MSDs beobachteten Krankheitsbilder sind daher: Hexenschuss, Nackenschmerzen, Karpaltunnelsyndrom oder Rotatorenmanschettensyndrom in der Schulter.

Wer ist von MSDs betroffen?

Gemäß der staatlichen Krankenversicherung in Frankreich machen MSDs mehr als 87% aller berufsbedingten Krankheiten aus; sie führen zu Arbeitsausfällen und verursachen Ausgleichszahlungen aufgrund von Folgeerscheinungen. Sie sind daher die führende Ursache für Berufskrankheiten, und keine Branche bleibt verschont.

Muskel-Skelett-Erkrankungen beeinträchtigen die persönliche Gesundheit sowie die Lebensqualität.

Sie stellen eine wirtschaftliche und gesellschaftliche Belastung dar, die in den kommenden Jahren sogar noch zunehmen wird. In der Tat sind MSDs im Hinblick auf eine alternde Bevölkerung und eine längere Lebenserwartung unvermeidbare Krankheiten.

Fast alle Berufe und Branchen sind von MSDs betroffen.

Wie treten sie in Erscheinung?

MSDs sind das Ergebnis eines Ungleichgewichts zwischen den körperlichen Fähigkeiten auf der einen Seite und den Anforderungen an den Körper auf der anderen Seite. MSDs können unter Umständen ganz plötzlich auftreten, meistens machen sie sich jedoch langsam und sukzessive bemerkbar.

Am Auftreten von MSDs sind unterschiedliche Faktoren beteiligt.

– Individuelle Faktoren

Einige dieser Faktoren lassen sich nicht ändern, wie z.B. das Alter, das Geschlecht oder die Familiengeschichte. Andere können durch präventive Maßnahmen verändert werden, wie z.B. das Rauchen oder ein sitzender Lebensstil.

– Mechanische und biochemische Faktoren

Das Tragen von Lasten oder unbequeme Körperhaltungen können zur Entwicklung von MSDs führen. Je mehr Belastungen man ausgesetzt ist, desto höher ist das Risiko für akute Verletzungen oder chronische Ermüdungserscheinungen. Wenn solche Körperhaltungen oder Lasten wiederholt eingenommen bzw. getragen werden, wird die Belastung regelmäßig und erhöht somit das Risiko für MSDs um so mehr.

– Umweltfaktoren

Dunkelheit, Kälte und Lärm sind Umweltfaktoren, die mechanischen Stress verstärken.

– Psychosoziale Faktoren

Monotone Arbeiten, Stress, schlechte soziale Bindungen sowie mangelnde Anerkennung sind einige psychosoziale Faktoren, die das Risiko für MSDs besonders erhöhen.

– Faktoren im Zusammenhang mit der Gestaltung der Arbeit

Kurze Deadlines, fehlende Pausen, knappe Ressourcen sowie ein hohes Arbeitstempo sind ebenfalls Faktoren, die beim Auftreten von MSDs eine Rolle spielen.

Muskel-Skelett-Erkrankungen sind also multifaktoriell bedingt, wobei sich die Faktoren in zwei Kategorien unterteilen lassen: berufsbedingte Risikofaktoren und individuelle Risikofaktoren.

Was sind die Folgen von MSD?

Das hängt von der jeweiligen Intensitätsphase der Erkrankung ab:

– Im sogenannten „Anfangsstadium“ treten Symptome während der Ausführung der Tätigkeiten auf. Sie schreiten im Laufe des Tages oder der Woche immer weiter fort, verschwinden jedoch am Abend. In dieser Phase haben sie noch keine negative Auswirkung auf die Arbeit oder Lebensqualität des Mitarbeiters.

– Im Zwischenstadium tritt der Schmerz zeitiger am Tag oder früher in der Woche auf und lässt auch außerhalb der Arbeit nicht nach. Er beeinträchtigt schrittweise die Fähigkeit des Mitarbeiters seine Arbeit auszuführen.

– Letztendlich tritt das Krankheitsstadium ein, in dem die Erkrankung erkannt wird und Auswirkungen auf den Mitarbeiter hat. Der Schmerz ist chronisch und sowohl während der Ausführung von Tätigkeiten als auch während Erholungszeiten spürbar.

Menschen, die an MSDs leiden, verlieren kurz gesagt ihre Mobilität und Unabhängigkeit. Die Situation führt fast systematisch zu einer Beeinträchtigung der Lebensqualität und verursacht als Folge dessen direkte bzw. indirekte sozioökonomische Kosten.

Aus Sicht eines Unternehmens lassen sich davon Auswirkungen auf den Arbeitnehmer (Schmerzen, Ermüdungserscheinungen, Berufsunfähigkeit, Arbeitsausfälle…) sowie auf das Unternehmen selbst (Abwesenheiten, abnehmende Produktivität, zunehmende Unterstützung, Arbeitskräftemangel, Umsatz, Überlastung, unstrukturierter Arbeitsplatz…) ableiten.

Es handelt sich hier um einen globalen Effekt, der sowohl auf Gesundheitsebene als auch auf wirtschaftlicher Ebene zu spüren ist und uns daher zwingt, nicht nur nach präventiven Maßnahmen sondern auch nach effektiven und nachhaltigen Lösungen zu suchen.

Gibt es Lösungen?

Auf professioneller Ebene ist Prävention natürlich DIE Lösung zur Vermeidung von solchen MSDs.

Organisatorische Lösungen ermöglichen die Differenzierung von Aufgaben oder die Implementierung von Arbeitswechseln, um wiederkehrende Bewegungen zu vermeiden. Ein weiterer, nachweislich effektiver Ansatz zur Vermeidung von MSDs ist die Gestaltung der Arbeitszeit mit entsprechenden Pausen, damit sich Mitarbeiter ausreichend erholen können.

Die Schulung richtiger Bewegungen und Körperhaltungen ist bei diesem ersten Ansatz ein zentraler Bestandteil. Das Einnehmen der richtigen Körperhaltung während der Arbeit ist eine effektive Lösung zur Vermeidung von MSDs. Es ist nützlich, Mitarbeiter an die Wichtigkeit dieser einfachen aber effektiven Maßnahmen für ihre Gesundheit zu erinnern. Es wird zum Beispiel davon ausgegangen, dass ein Fünffaches der Kraft auf die Wirbelsäule ausgeübt wird, wenn man Lasten hebt, ohne dabei in die Knie zu gehen.

Darüber hinaus können auch technische Lösungen in Betracht gezogen werden: Die Gestaltung des Arbeitsplatzes oder die Wahl neuer Geräte für die Ausführung der Arbeit bieten Möglichkeiten, die körperliche Belastung zu reduzieren und die Arbeit zu erleichtern.

Schließlich gibt es noch andere Lösungen, wie z.B. Exoskeletts oder Manipulatoren, die nicht nur das Risiko von MSDs reduzieren, sondern auch die Lebensqualität des Mitarbeiters erhöhen.

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